Working Equitation

Working Equitation ist eine dynamische und vielseitige Disziplin im Pferdesport. Die Reiter messen sich in Dressur, Maniabilité, Speed und Rinderarbeit.

Herkunft

Auf der iberischen Halbinsel, in der Camargue und in der Maremma gibt es die alte Tradition der Rinderhirten zu Pferde. Diese südeuropäischen Arbeitsreitweisen sind kulturell und folkloristisch tief verwurzelt und viel mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Sie bilden die Wiege aller Arbeitsreitweisen von den Vaqueros und Butteri bis zu den Cowboys und Gauchos. Doch wie alle alten Traditionen wird auch die Arbeitsreitweise Europas durch die Moderne langsam in den Hintergrund gedrängt. So kam es, dass 1996 Reiter aus Spanien, Frankreich und Italien den ersten Wettkampf lancierten, in dem sich die Reiter als Nationenteam in der jeweiligen Tradition und Reitweise ihres Landes im sportlichen Wettbewerb messen konnten. Diese Europameisterschaften der Arbeitsreitweisen wuchsen nach und nach, Portugal folgte 1997 und weitere  Europäische Länder kamen später dazu. Insbesondere die Freunde und Fans der Lusitanos verbreiteten den Sport bis nach Mexico, Brasilien und auch in Australien gibt es bereits Wettkämpfe. So folgte denn 2002 die erste Weltmeisterschaft. Heutzutage werden die Europa- und die Weltmeisterschaften der World Association for Working Equitation (WAWE) jeweils alle vier Jahre ausgetragen.

Ziele der Arbeitsreitweise

Wer sich waghalsige Gesellen und wilde Ritte vorstellt, der liegt falsch. Wie jeder Wettkampf ist auch Working Equitation eine Disziplin, die ihren Ursprung stilisiert. Die Dressurprüfungen erfordern ein durchlässiges und rittiges Pferd mit solider Ausbildung. Es soll Eleganz, Leichtigkeit und viel Impulsion mit unsichtbaren Hilfen gezeigt werden. Auch im Arbeitsparcours achtet der Richter auf die Symmetrie und den Fluss der Figuren sowie auf die willige Mitarbeit und die Versammlung des Pferdes. Es gibt Noten zwischen 0 und 10 pro Hindernis wie in der Dressurprüfung und die Darbietung soll ebenso leicht und elegant aussehen. Aber ein Arbeitspferd muss natürlich nicht nur gehorsam und brav sein sondern auch schnell und mutig. Dies wird in den höheren Klassen im Speed, dem Geschwindigkeitsparcours, und an den Rindern unter Beweis gestellt. Gesamtsieger des Turniers wird das Pferd/Reiter-Paar, welches in allen Teilprüfungen seiner Klasse die meisten Punkte erritten hat.

 

Die Pferde

Das Schweizer Reglement ist offen für alle Rassen und Reitweisen. Die Arbeitsreitweise erfordert ein gut gerittenes, gehorsames aber auch wendiges Pferd, das nach den klassischen Grundsätzen ausgebildet wurde. Versammlungsbereite Pferde mit gutem Galopp sind prädestiniert, daher erfreut sich die Working Equitation grosser Beliebtheit bei den Freuden iberischer und barocker Rassen. Auf den Turnieren des ARSETS ist neben den Lusitanos und Spanier eine grosse Vielfalt an Rassen vom Pony über den Haflinger, Quarter bis zum Warmblüter zu sehen. Und auch der Freiberger, unsere traditionelle Pferderasse, ist gut vertreten.